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23. August - Tag 48 - Von Römnitz nach Groß Sarau (12 km) - www.grenzpate.de
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23. August - Tag 48 - Von Römnitz nach Groß Sarau (12 km)

Autor: Eckhard 25.08.2015
grenzpate.de - 23. August - Tag 48
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Ich bin heute körperlich erledigt und müde, Zeit für eine Erholung. Ich hatte vor, heute bis Lübeck zu wandern, aber es geht nicht. Da die Anspannung nachlässt, kommt jetzt die Erschöpfung hoch. Also mache ich eine kleinere Tour und suche mir ein Bett zum übernachten. Im Internet habe ich eine Pension auf der anderen Seite des Ratzeburger Sees gefunden, die mir gut gefällt. Ein 300 Jahre altes Wirtshaus in Gross Sarau hat mich angezogen. Das Gebiet um den Ratzeburger See ist sehr schön zu wandern.

Vielen Dank für eure vielen Nachrichten in den letzten Tagen. Viele von euch freuen sich, dass ich es bald geschafft habe. Ich habe bis heute auch so gedacht aber jetzt frage ich mich: " Ist es gut, dass ich es am Dienstag geschafft habe? ". Oder ist es Wehmut, dass diese Erfahrung gemacht wurde?

Ich bin da etwas zwiegespalten. Auf der einen Seite freue ich mich, meine Frau wiederzusehen und die Beziehung zu leben. Ich freue mich, den Rucksack abzulegen, im eigenen Bett zu schlafen, meine Tochter und Freunde wiederzusehen, lecker zu essen, auf der Couch zu liegen und wieder zu arbeiten. Also, mein schönes, geregeltes Leben zu haben, in meiner Komfortzone.

Auf der anderen Seite werde ich die Herausforderungen vermissen, den Verlust von Zeitgefühl, die zufälligen Begegnungen, die intensiven Gefühle, die Wachheit an der eigenen Grenze. Es ist Wahnsinn, wie intensiv ich in vielen Situationen mein Leben wahrgenommen habe. Wie ich bei extremer Angst und Einsamkeit meine Anker der Beziehungen genutzt habe. Damit meine ich die emotionale Bindung und Beziehung, die auch über große Entfernungen wirkt, wie dies bei meiner Liebe zu meiner Frau ist. Wie ich tief berührt war, wie mir fremde Menschen mit Lebensmitteln und anderem geholfen habe.

Diese beiden Seiten sind in mir, die Freude über den Zieleinlauf und die Trauer, dass der Weg vorbei ist. Und ich empfinde eine tiefe Dankbarkeit und Demut vor dem Glück, in diesem Land, zu dieser friedlichen Zeit unter diesen Bedingungen zu leben. Und ich habe Eltern und Geschwister, die mir diesen Weg ermöglicht haben. Es gibt so viel, wofür ich dankbar bin, es ist mir auf der Reise bewusst geworden. Und trotzdem war und bin ich oft unzufrieden, weil ich etwas nicht habe. Es ist für mich sehr hilfreich, mehr die " Habenseite" zu würdigen als sich über den Mangel zu grämen. Und ich habe weiterhin Ziele.

Morgen ist mein letzter Tag, bevor ich am Dienstag am Ziel ankomme.

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